Motivation und Zielsetzung

Ambulante Pflegekräfte leiden als Folge ihrer beruflichen Tätigkeit zunehmend – und im Mittel 30 Prozent häufiger als andere Berufsgruppen – an physischen und psychischen Beschwerden. Physische Beschwerden sind Ergebnis der hohen körperlichen Belastungen und äußern sich zumeist in Form muskuloskeletaler Erkrankungen. Psychische Beschwerden zeigen sich z. B. in geringer Arbeitszufriedenheit, chronischer Erschöpfung oder einer depressiven Erkrankungen als Folge von latentem Termindruck, fehlendem Gestaltungsmöglichkeiten oder auch konfliktreichen Pflegesituationen. Die Belastungen und Probleme bleiben dem Pflegebedürftigen und deren Angehörigen nicht unbemerkt, da sie sich in mangelnder Motivation, Unpünktlichkeit, Stress und mangelnder Zuwendung der Pflegekräfte niederschlagen können.

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Die Entwicklungen des Projekts verfolgen drei wesentliche Ziele:

  1. Die physische Entlastung von ambulanten Pflegekräften durch individuelle Maßnahmen im Bereich der Arbeitsergonomie,
  2. die Verringerung des Dokumentationsaufwands,
  3. die psychische Entlastung durch Verringerung des Zeitdrucks und Vergrößerung des Handlungsspielraums.

Es wird erwartet, dass die entwickelten Lösungen nicht nur auf das o.g. Ziel effektiv sind, sondern gleichzeitig eine unmittelbare positive Wirkung auf Klienten, Angehörige und den Pflegedienst bzw. Arbeitgeber entfalten. Bei nachgewiesener Effektivität und Effizienz der Lösungen ist langfristig damit zu rechnen, dass ambulante Pflegekräfte ihren Beruf länger ausüben können und somit dem Pflegekräftemangel begegnet werden kann.