Lösungsansätze

1. Lösungsansatz: Sensorshirt zur Erfassung von Bewegungen und Haltungen

Zur physischen Entlastung werden Sensoren entwickelt, die in die Arbeitskleidung integriert werden, um Körperhaltungen und Bewegungen ambulanter Pflegekräfte zu erfassen und Belastungsprofile abzuleiten. Sie geben Aufschluss über individuelle Fehlbelastungen eines Pflegenden und können im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung zur Entwicklung passgenauer Trainings- und Schulungsprogramme genutzt werden. Hierdurch können krankheitsbedingte Fehlzeiten reduziert werden. Des Weiteren können Schlüsse zur Umgestaltung der Arbeitsplätze, insbesondere die Beseitigung von Mängeln in den Wohnungen, gezogen werden. Bisher können Belastungsprofile nur durch Fragebögen oder Videoaufzeichnungen erstellt werden. Allerdings sind diese Methoden zeitaufwändig, zu sehr von der subjektiven Wahrnehmung des Befragten abhängig und ungenau. Die Erkenntnisse aus dieser Entwicklung können auf die stationäre Pflege oder Krankenhäuser übertragen werden.

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2. Lösungsansatz: Automatisierte Dokumentation

Die Sensordaten werden im Projekt für eine Lösung zur Automatisierung der pflegerischen Dokumentation verwendet. Hierfür werden aus den Bewegungsmustern mögliche pflegerische Tätigkeiten abgeleitet und mit den für den Klienten festgelegten Pflegeleistungen verglichen. Aus dem Vergleich kann die Wahrscheinlichkeit über die tatsächliche Erbringung der Leistung ermittelt werden. Diese Daten können direkt über mobile Endgeräte eingesehen, von der Pflegekraft zeitnah bestätigt und in die Pflegesoftware des Pflegedienstes überführt werden.

Die Vorteile eines solchen Systems liegen in der zeitnahen Erfassung der erbrachten Leistungen (Zeitpunkt der Leistungserbringung = Zeitpunkt der Dokumentation). Besonders im Vergleich zur papierbasierten Aufzeichnung ermöglicht eine automatisierte Erfassung eine vollständigere Dokumentation der Leistungen, wodurch die Abrechnungs- und Verhandlungsgrundlage gegenüber den Kostenträgern deutlich verbessert wird. Die angestrebte Lösung erhöht zudem die Qualität der Dokumentation und die Transparenz gegenüber Angehörigen und dem Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK).

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3. Lösungsansatz: Dynamische Personaleinsatz- und Tourenplanung

Die dritte Komponente des Projekts bildet die Entwicklung einer dynamischen Software-Lösung für die Personaleinsatz- und Tourenplanung ambulanter Pflegekräfte. Dynamisch bedeutet, dass die Tourenpläne bei kurzfristigen, nicht planbaren Ereignissen wie Personalausfall oder Verzögerungen beim Patienten angepasst werden können. Zudem sollen in der Dienst- und Tourenplanung weitere Komponenten integriert werden. Hierzu gehören die Belastungs- und Qualifikationsprofile der Mitarbeiter und die Anforderungsprofile der Klienten. Dadurch soll gewährleistet werden, dass Pflegebedürftige auch im Falle von Umdisponierungen von geeigneten Pflegekräften aufgesucht werden. Die Vorteile der angestrebten Lösung sind vielfältig: sie bewirkt nicht nur eine psychische und physische Entlastung der Pflegenden, sondern ermöglicht auch das Angebot an die Klienten und ihre Angehörigen, selbst kurzfristig neue Terminwünsche zu äußern. Dadurch wird die Autonomie des Pflegebedürftigen gestärkt, bei den Angehörigen die Vereinbarkeit zwischen Pflegesituation, Beruf und Privatleben unterstützt.